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Sitzenbleiben in der Grundschule | So unterstützt du dein Kind in 2021

personGinadate17 Mai 2021

In Deutschland wiederholen rund 17% der Schülerinnen und Schüler in ihrer Schullaufbahn einmal eine Klasse. Selbst wenn das Sitzenbleiben in der Grundschule eine Ausnahme darstellt, stufen viele Eltern die Nachricht, dass das eigene Kind versetzungsgefährdet ist, als Katastrophe ein. Im Folgenden wird erklärt, was für Gründe es für das Sitzenbleiben geben kann sowie was die Nachteile aber auch die Chancen einer solchen “Ehrenrunde” sind. Außerdem wird erläutert, was man als Elternteil tun kann, wenn das Kind möglicherweise nicht in die nächste Klasse aufsteigt.

Kann man in der Grundschule sitzen bleiben?

Ja, prinzipiell ist das möglich, wobei es sich eher um eine Ausnahme handelt und die Regelungen zwischen den einzelnen Bundesländern stark abweichen. Darüber hinaus unterscheiden sich auch die Noten je nach Bundesland. Übrigens hängen diese teilweise sogar von der Schule ab.

In der 1. Klasse Grundschule gibt es noch keine Noten, denn im Zeugnis steht lediglich eine schriftliche Zusammenfassung mit Feedback über die gemachten Lernfortschritte und das Sozialverhalten. Darüber hinaus werden Verspätungen und Fehltage dokumentiert. Ab der 2. Klasse ist dann eine teilweise Beurteilung gängig. So werden die Schülerinnen und Schüler in der Regel im Jahresendzeugnis in den Kernfächern Deutsch und Mathematik mit Noten bewertet. Dies dient hauptsächlich als Unterstützung der Eltern, damit diese den Wissensstand ihrer Kinder besser einschätzen können. Ab der 3. und folglich auch in der 4. Klasse werden üblicherweise alle Klassenarbeiten und jedes Fach benotet.

Welche Noten gibt es in der Grundschule?

In der Grundschule wird ein Notensystem von 1-6 verwendet:

1 – sehr gut (die Leistung entspricht den Anforderungen im besonderen Maße) 2 – gut (die Leistung entspricht den Anforderungen voll) 3 – befriedigend (die Leistung entspricht den Anforderungen im Allgemeinen) 4 – ausreichend (die Leistung zeigt Mängel aber entspricht noch den Anforderungen im Ganzen) 5 – mangelhaft (die Leistung entspricht nicht den Anforderungen. Notwendige Grundkenntnisse sind vorhanden und Mängel können in absehbarer Zeit behoben werden) 6 – ungenügend (die Leistung entspricht nicht den Anforderungen. Grundkenntnisse sind so lückenhaft, dass die Mängel nicht in absehbarer Zeit behoben werden können

Der Notenschlüssel für schriftliche und mündliche Leistungen basiert auf Prozentzahlen. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern, dennoch ist die folgende Einteilung gängig:

1 – 100 – 96 % 2 – 95 – 80 % 3 – 79 – 60 % 4 – 59 – 45 % 5 – 44 – 16 % 6 – 15 – 0 %

Eine 5 oder 6 findet man in den Zeugnissen der 3. und 4. Klasse allerdings kaum vor. Denn wenn ein Kind dahingehend gefährdet ist, wird zumeist frühzeitig ein Gespräch mit den Eltern gesucht, in welchem über mögliche Lösungen gesprochen wird. Dennoch werden diese beiden Schuljahre als Übertrittsphase für die weiterführenden Schulen gesehen und die Kinder demgemäß beobachtet und bewertet.

Auch die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um in die Realschule, die Hauptschule oder das Gymnasium zu gehen, unterscheiden sich nach Bundesland. Dennoch gibt es flächendeckend nach dem ersten Halbjahr ein Übertrittszeugnis oder eine Empfehlung für die jeweilige Schulform.

Was für Arten von Sitzenbleiben oder Wiederholen gibt es?

Ruckstufung-freiwillige-Wiederholung-Sitzenbleiben

Wenn es um die Versetzung geht, muss man zwischen mehreren Begrifflichkeiten unterscheiden. Das klassische “Sitzenbleiben” am Ende des Schuljahres erfolgt in der Grundschule beinahe nie, denn wenn in den ersten 3 Schuljahren ein Jahr wiederholt wird, spricht man von “verweilen”. Dieses stellt meist eine freiwillige Wiederholung am Schuljahresende in Absprache mit den Eltern dar. In der vierten Klasse ist ein Sitzenbleiben möglich, wobei auch diese freiwillig wiederholt werden kann.

Darüber hinaus gibt es die Rückstufung, welche bedeutet, dass ein Kind während des Schuljahres in die vorherige Stufe zurückversetzt wird.

Ferner gibt es die sogenannte Schulanfangsphase, die man statt in zwei Jahren auch in drei Jahren absolvieren kann. Dies ist besonders für Kinder, die bereits mit 5 Jahren eingeschult werden eine Chance, da sie oftmals mehr Zeit brauchen.

Was für Gründe gibt es für das Sitzenbleiben oder eine Rückstufung?

1. Längere Erkrankung des Kindes

Wenn ein Kind einige Wochen oder gar Monate krankheitsbedingt den Unterricht verpasst hat, steht es vor der Herausforderung, parallel zum neu dazukommenden Lernstoff noch die versäumten Inhalte nachzulernen. Wenn dies mit einer großen Mühe und viel Stress verbunden ist, empfiehlt es sich, dass man über eine Rückstufung während des Schuljahres nachdenkt.

2. Große Kenntnislücken

Wenn ein Kind das Lernpensum trotz des täglichen Übens oder der Arbeit nach einem Förderplan kaum oder nie vollständig schafft, ist dies ein Hinweis dafür, dass es nicht für eine Versetzung bereit ist. Denn die Inhalte eines Schulfachs bauen in der Regel aufeinander auf. So ist das Verständnis weiterführender Inhalte beinahe unmöglich, wenn sich über längere Zeiträume größere Kenntnislücken aufstauen.

Darüber hinaus können Teilleistungsstören wie beispielsweise eine Lese-Rechtschreib-Schwäche das Lerntempo des Kindes stark einbremsen.

Treten in diesen Punkten Schwierigkeiten auf, führt dies oftmals zu Motivationsprobleme. Diese können weitere Hemmnisse für den Schulerfolg darstellen. In solchen Fällen kann die Option der Klassenwiederholung in Anspruch genommen werden, um Druck herauszunehmen.

3.Prüfungsangst

Auch die Angst vor einem plötzlichen Versagen oder Blackouts können den Lernfortschritt hemmen. So können diese zu schlechten Prüfungsergebnissen führen, selbst wenn die Vorbereitung darauf angemessen war. Wenn ein Kind unter Prüfungsangst leidet, kann es sein Wissen plötzlich nicht mehr abrufen. Auch Nervosität und Leistungsdruck können stark zu einer Denkblockade beitragen. Trifft dies zu, ist es wichtig, den Umgang mit derartigen Situationen zu üben. Hierfür können beispielsweise Entspannungs- und Atemtechniken helfen.

4. Vorzeitige Einschulung

Es kommt öfters vor, dass ein Kind im Kindergarten ein Durchstarter war, welchen man guten Gewissens frühzeitig eingeschult hat. So kann es dennoch sein, dass die Einschulung zu einem zu frühen Zeitpunkt stattgefunden hat. Dies wird zumeist durch schwache Leistungen sichtbar gemacht.

5. Familiäre Gründe

Oftmals reagieren Kinder sehr sensibel und emotional auf psychische Schwierigkeiten oder belastende Ereignisse. Dazu können beispielsweise die Trennung der Eltern oder ein Umzug in eine neue Stadt zählen. Dies kann sich stark auf die schulischen Leistungen auswirken. Dadurch wird Zeit benötigt, emotionale Stabilität aufzubauen um sich dann im nächsten Schritt der Aneignung neuen Wissens zu widmen.

Dieser Schnelltest versucht herauszufinden, ob ein freiwilliges Wiederholen eine gewinnbringende Option für ein Grundschulkind sein könnte:

Checkliste

Wenn vier Mal oder öfter die Antwortoption “Ja” ausgewählt wurde, kann eine Rückstufung beziehungsweise das freiwillige Wiederholen des Kindes durchaus angebracht sein. Da dieser Test keine umfassende Analyse darstellt, sollte der Kontakt zur Klassenlehrperson gesucht werden!

Was kann ich tun, wenn mein Kind versetzungsgefährdet ist oder sitzen bleibt?

Ruhe bewahren und gezielt fördern

Nur wenn einmal ein Ausrutscher passiert, ist dies noch kein Grund, in Panik zu verfallen. Kommt es jedoch wiederholt vor, dass ein Kind bereits in der Grundschule nur noch Vierer, Fünfer sowie Sechser nach Hause bringt, sollte nach den Ursachen gesucht werden. Dabei sollte man beobachten, ob die schlechten Leistungen in mehreren Fächern vorliegen oder nur in einem. Denn einzelne Lernschwächen wie beispielsweise in Deutsch oder Mathe können an individuellen Begabungen und Kompetenzen eines Kindes liegen. Hier kann bereits vermehrtes Üben oder das Lernen mit einem Nachhilfelehrer sehr viel helfen. So kann dazu beigetragen werden, die Lernlücken zu schließen und das Kind zusätzlich zu motivieren.

Ein Anhaltspunkt für eine Verbesserung könnte in diesem Zusammenhang sein, dass in der Schule nicht nur die schriftlichen Arbeiten eine große Rolle spielen, sondern auch die mündliche Mitarbeit. Bereits durch diese kann oftmals die Gesamtnote stark verbessert werden. So kann man dem Kind beispielsweise erklären, wie wichtig es ist, im Unterricht aufmerksam zuzuhören und sich aktiv einzubringen. Dabei ist es zweitrangig, ob die Antwort dann richtig oder falsch ist. Es signalisiert der Lehrperson sofort Interesse. Darüber hinaus können freiwillige Beiträge zum Unterrichtsstoff geleistet werden, indem man beispielsweise ein Referat hält.

Gründe für die Schwierigkeiten herausfinden

In manchen Fällen können die Schwierigkeiten und das drohende Sitzenbleiben auf eine Legasthenie oder Dyskalkulie zurückgeführt werden. Dies sollte von einem Experten abgeklärt werden um in Folge zu besprechen, wie man das Kind speziell fördern kann.

Wenn das Kind allerdings insgesamt Schwierigkeiten hat, dem Unterricht zu folgen, sollte man die psychischen Gründe dahinter herausfinden. Auch bei wiederholt groben Problemen und wenn ein Kind eine Schulangst entwickelt, sollte umgehend das Gespräch mit der Lehrperson sowie gegebenenfalls mit einem Schulpsychologen gesucht werden. Diese Experten können dabei helfen herauszufinden, welche Gründe hinter dem ausbleibenden Erfolg stecken. So kann an Strategien gearbeitet werden, wie man die Schwierigkeiten behebt.

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Was auch immer die Ursache für die sich verschlechternden Schulleistungen und das drohende Sitzenbleiben sind, als Elternteil sollte man stets mit den Kindern sprechen. Dabei sollte man ihnen erklären, dass die schlechten Noten einen Grund haben und nicht an mangelnder Intelligenz liegen. Folglich kann versucht werden, mit dem Kind gemeinsam eine Lösung zu finden anstatt ihm einfach Maßnahmen “aufzubrummen”.

Unabhängig davon, was die Gründe für die Schwierigkeiten sind, ist es wichtig, dass Eltern das ganze Schuljahr über aktiv am Schulleben des Kindes beteiligt sind. Hierfür gibt es Lehrersprechstunden sowie Informationsabende, welche dafür sorgen, dass es am Schuljahresende zu keinerlei Überraschungen kommt. So erfahren Sie als Elternteil rechtzeitig, wenn es einmal nicht so gut läuft und Ihr Kind zusätzliche Hilfe benötigt.

Ist die Versetzung tatsächlich gefährdet oder ihr Kind wird tatsächlich Sitzenbleiben, helfen Vorwürfe und Strafen kein bisschen weiter. Denn vermutlich ist das Selbstbewusstsein des Kindes bereits genug angeknackst. Stattdessen ist es wichtig, dem Kind Trost zu spenden und die Unterstützung zu betonen. Vielmehr kann man gemeinsam den Ursachen nachgehen und nach Möglichkeiten suchen, wie man das Beste aus der vermeintlich unglücklichen Situation machen kann. Weiters sollte man sich stets über die verbleibenden Möglichkeiten informieren, denn in einigen Bundesländern gibt es Versetzungen auf Probe, Möglichkeiten der Nachprüfung oder Ähnliches.

Für ein stärkendes Umfeld sorgen

Grundsätzlich ist es zudem entscheidend, effektive Arbeitstechniken sowie angepasste Lernstrategien zu verwenden. Hier könnte man genauer herausfinden, welchem Lerntyp ein Kind zugehörig ist. So kann das Lernen möglichst effizient und spielerisch gestaltet werden. Darüber hinaus ist die geeignete Lernumgebung ganz entscheidend für den Lernerfolg. So kann man mit dem Kind gemeinsam dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz aufgeräumt sowie angenehm gestaltet ist.

Auch gemeinsame schöne Erlebnisse können für Entspannung sorgen und die Basis dafür schaffen, dass sich das Kind Ihnen gegenüber öffnet. Dadurch kann ein Kind oftmals einfacher über Probleme und Sorgen sprechen.

Sollten mehrere Bedingungen an der jeweiligen Schule nicht stimmen, kann außerdem über ein Schulwechsel nachgedacht werden. Trotz möglicher Herausforderungen ermöglicht dieser Ihrem Kind einen Neustart.

Nachteile des Sitzenbleibens

Selbstverständlich kann die fehlende Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe eine Kränkung des Selbstbewusstseins für viele Schülerinnen und Schüler bedeuten. Wenn man am Ende des Schuljahres nicht in die nächste Klasse aufsteigt, können Freundschaften auf der Strecke bleiben und ein Neustart in der neuen Klasse eine große Herausforderung darstellen. Zudem kann es bei einer fehlenden Versetzung zu Langeweile in jenen Fächern kommen, in welchen das Kind sich bisher leicht getan hat und den Stoff gut verstanden hat. So kann man als Elternteil sein Kind dahingehend unterstützen, dass man das Knüpfen von neuen Kontakten fördert indem man beispielsweise die neuen Klassenkamerad/innen zu sich nach Hause einlädt.

Muss man in der Grundschule eine Klasse wiederholen, bedeutet dies weiters eine sehr große Zeitinvestition, welche möglicherweise durch eine gezielte Förderung in den Problemfächern umgangen werden könnte, um so den Anschluss an das Klassenniveau wiederherzustellen.

In Summe birgt das Sitzenbleiben die Gefahr, dass ein Kind durch die genannten Nachteile eine große Frustration über die Situation verspürt und in Folge nicht bereit ist, die neue Chance als solche zu nutzen.

Vorteile des Sitzenbleibens

Auch wenn die fehlende Versetzung auch Nachteile mit sich bringt, kann das Sitzenbleiben dennoch sehr sinnvoll und gewinnbringend sein. Denn es ermöglicht es dem Kind, sich sowohl schriftlich als auch mündlich deutlich zu verbessern. Zudem stellen sich oftmals schneller Erfolge ein, was sich sehr positiv auf das Selbstbewusstsein auswirkt und Freude am Lernen wecken kann. Weiters gewinnt ein Kind durch die (freiwillige) Wiederholung viel Zeit, in welcher es in Ruhe den Lernstoff aufarbeiten kann.

Durch die meist deutlich besseren Noten und den verringerten Leistungsdruck kann sich das Kind oftmals von Versagensängsten lösen. Zudem kann oft ein positiverer Zugang zum Lernen gefunden und neue Motivation geschöpft werden. Es ist sogar statistisch bewiesen, dass Kinder, welche in der Grundschule ein Jahr wiederholen, danach notenmäßig besser werden. Dies liegt daran, dass schlecht sitzende Grundlagen wiederholt geübt und in Folge gefestigt werden. Dadurch kommt ein Kind, wenn dann das Lernpensum steigt und die Inhalte vertiefter werden, besser mit.

Weiters bedeutet so ein Neuanfang stets die Chance, dass sich das Kind mit der neuen Lehrperson deutlich besser versteht und dass es unter den neuen Schülerinnen und Schüler neue Freunde findet.

Sitzenbleiben: das wichtigste noch einmal zusammengefasst…

Wenn Ihr Kind noch nicht für den Aufstieg in die nächste Klasse bereit ist, gilt es, Gelassenheit auszustrahlen und Vorwürfe zu vermeiden. Selbst wenn ein Kind dies nicht so offen zeigt, leidet es vermutlich trotzdem darunter, ein Sitzenbleiber zu sein. Stattdessen ist es in dieser Phase ganz wichtig, ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste der Kinder zu haben und positiv in die Zukunft zu blicken. Setzen Sie sich mit dem Kind, der Klassenlehrperson sowie möglicherweise einem Schulpsychologen zusammen und arbeiten Sie gemeinsam an einer zufriedenstellenden Herangehensweise für Ihr Kind.

Egal ob auf direktem Wege oder mit ein paar kleinen Umwegen und Hürden, Ihr Kind wird seinen Weg machen- auf seine ganz eigene Art und Weise!

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