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Lerntherapie | Sinnvoll oder nicht?

personJaninadate31 Mai 2021

Nervosität. Unkonzentrierte Haltung. Ständige Ablenkung.

Sicher kommen dir diese Verhaltensweisen bekannt vor. Sie treten bei Kindern und bei Erwachsenen besonders in stressigen Situationen auf.

Wenn sie dir jedoch vermehrt bei deinem Kind auffallen, wenn es gerade dabei ist Hausgaufgaben zu machen und zu lernen, ist Vorsicht geboten.

Diese Verhaltensweisen sind zunächst nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil:

Es ist völlig normal, dass Kinder hin und wieder bei einzelnen Lernsessions abschweifen und Konzentration immer wieder regelmäßiger Übung bedarf. Wahrscheinlich kennst du es von dir selbst. Manchmal erfordern besonders komplexe Zusammenhänge einfach starke Konzentrationen. Und je nach Tagesform, kann das auch für uns Erwachsene besonders im Berufsalltag immer mal wieder anstrengend sein.

Wenn aus solchen Situationen jedoch bei deinem Nachwuchs grundlegende Lernschwierigkeiten entstehen, wie zum Beispiel eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, eine Rechenschwäche oder andere auffällige Aufmerksamkeitsstörungen, ist die Frage berechtigt, wie du langfristig am besten damit umgehst. Gezielter Nachhilfeunterricht, den du via Tutorspace für dein Kind finden und buchen kannst, kann unterstützen. Falls die Probleme jedoch tiefergehender ist, kannst du dir überlegen ob möglicherweise langfristig eine Lerntherapie Sinn macht.

  1. Lerntherapie vs Nachhilfe – Wo liegt der Unterschied?
  2. Was machen Lerntherapeuten?
  3. Woran du Lernstörungen erkennst
  4. Die Kosten einer Lerntherapie
  5. Wie lange dauert eine Lerntherapie?
  6. Wie läuft eine Lerntherapie ab?
  7. Chancen von Lerntherapie

Lerntherapie vs. Nachhilfe – Wo liegt der Unterschied?

Sei erstmal unbesorgt!

Wichtig für dich zu wissen ist, dass nicht jedes Kind bei Leistungsstörungen sofort eine lerntherapeutische Unterstützung benötigt. Oftmals können Lernschwachstellen bei Schülerinnen und Schülern in bestimmten Fächern mit entsprechender Nachhilfe ausgeglichen werden.

Darin besteht auch der wesentliche Unterschied zur Lerntherapie als solche:

Nachhilfe

Nachhilfe ist so gesehen eine Ergänzung außerhalb des Schulunterrichts zu einem einem bestimmten Schulfach. Sie setzt an bereits vorhandenem und bestehenden Wissen von Schüler:innen an. Es geht vor allem darum, punktuelle Schwierigkeiten in einzelnen Leistungsfächern wie Mathe, Deutsch oder einer entsprechenden Fremdsprache zu erkennen und zu lösen.

Der/ Die Nachhilfelehrer/in legt dabei zusammen mit deinem Kind maßgebliche inhaltliche Ziele innerhalb eines Leistungsfachs fest, die zum Beispiel innerhalb eines Schuljahres erreicht werden sollen.

Folglich treten Lernschwierigkeiten nur vereinzelt auf und können langfristig ausgeglichen werden. Die Nachhilfe orientiert sich auch in der Regel immer am aktuellen Lernstoff deines Kindes und wird mit einem Nachhilfelehrer wie z.B. von Tutorspace gezielt begleitet.

Lerntherapie

Bei der Lerntherapie hingegen ist die Art der Förderung von Kindern, die Lerntherapie in Anspruch nehmen, anders. Das Lernproblem ist nicht punktuell, sondern sitzt tiefer. Hier geht es um entsprechende Lernstörungen, die langfristig zu erheblichen Leistungsstörungen führen und das Kind damit auch im Alltag stark beeinträchtigen können.

Wenn dein Kind zum Beispiel schon länger essentielle Probleme damit hat, sich länger am Stück zu konzentrieren oder beim Lesen und Schreiben starke Schwierigkeiten hat, dann kann eine Unterstützung durch einen Lerntherapeuten Sinn machen.

Sicher fragst du dich jetzt, wie genau die Arbeit von Lerntherapeuten aussieht. Denn wenn du dich für eine Lerntherapie zusammen mit deinem Kind entscheidest, dann lohnt sich zunächst ein Blick auf das Berufsfeld einer/ eines Lerntherapeut/in und seine Kompetenzbereiche.

Was machen Lerntherapeuten? – Die Integrative Lerntherapie

in Lerntherapeut oder eine Lerntherapeutin kommen in der Regel aus dem pädagogischen Bereich und haben eine psychologische Zusatzausbildung an einer Universität oder Weiterbildungsakademie absolviert. Anders als in der Nachhilfe, geht es in der Lerntherapie nicht um die einzelne Lernschwierigkeit wie zum Beispiel einer Rechenschwäche in Mathe .

Vielmehr haben der Lerntherapeut oder die Lerntherapeutin das große Ganze im Blick. Hier kommt die so genannte integrative Lerntherapie ins Spiel. Hast davon schon einmal gehört?

Integrative Lerntherapie%20und%20Dyskalkulie%20(Rechenst%C3%B6rung).) bedeutet, dass der Fokus in der Lerntherapie vor allem auf dem Aufbau von Grundlagen für folgende Lerngebiete liegt:

  • Spracherwerb und-Spracherweiterung hinsichtlich Lesen und Schreiben (auch bei Legasthenie)
  • Konzentrationstraining zum Ausgleich von Aufmerksamkeitsstörungen
  • Rechnen und mathematische Zusammenhänge

Zusammen mit der Lerntherapeutin oder dem Lerntherapeut werden Strategien und Möglichkeiten erarbeitet, sodass dein Kind zukünftig und langfristig besser mit den Anforderungen des Schulunterrichts klar kommt.

In der Regel findet die Lerntherapie in Einzelstunden statt, sodass dem Kind eine individuelle Förderung und Unterstützung garantiert wird. Einige wenige Lerntherapeuten bieten jedoch auch Gruppenförderungen an.

Hier kannst du direkt bei einer Lerntherapeutin oder einem Lerntherapeuten in deiner Umgebung nachfragen und die beraten lassen.

Woran du Lernstörungen bei deinem Kind erkennst

Die Lese- und Rechtschreibschwäche, kurz LRS, ist die meisten verbreitete Lernstörung bei Kindern. Etwa 5% der Kinder in Deutschland sind damit von Legasthenie betroffen.

Die so genannte Dyskalkulie hingegen umschreibt Schwierigkeiten bei mathematischen Kompetenzen, demnach die Rechenschwäche. Hier sind ca. 2-8% der Kinder in Deutschland betroffen.

Wie schon erwähnt, ist nicht immer sofort jede Lernschwäche eine dauerhafte. Manchmal ist es auch nur eine vorübergehende Schwierigkeit, die durch gezielte Nachhilfe überwunden werden kann.

Falls dein Kind jedoch erhebliche Probleme beim Lernen zeigt, ist es wichtig, ganz genau hinzuschauen. Bestehen länger anhaltende Lernprobleme, kann dadurch nämlich eine langfristige Leistungsstörung entstehen. Hier sollte unbedingt präventiv gehandelt werden.

Verschiedene Lernstörungen erkennen

Baustellen

In der folgenden Übersicht findest du Hinweise, die auf eine der beiden größten Lernschwächen deuten lassen.

Wie erkenne ich bei meinem Kind…

… eine Rechenschwäche (Dyskalkulie)?

  1. Die Basics in Mathematik sind für dein Kind schwer zu verstehen. Es kann zu Rechenarten, Zahlen und Mengenbeschreibungen keinen Bezug herstellen.

  2. Dein Kind lernt lieber die Dinge auswendig. Es findet keinen Ansatz im Verständnis

  3. Rechnen erweist sich als schwierig. Stattdessen werden einzelne Rechenschritte abgezählt

  4. Hausaufgaben in Mathe werden zur großen Belastung. Auch Nachhilfeunterricht und regelmäßiges Üben zeigt keine Verbesserung.

Wenn du dich genauer zum Thema Rechenschwäche informieren möchtest, dann geht es hier weiter.

... eine Lese- und Rechtschreibschwäche/ Legasthenie?

  1. Dein Kind ist sehr ängstlich bei Schreib- und Lesaufgaben.

  2. Die Konzentrationsfähigkeit von deinem Kind ist auch bei kurzen Texten, die zu lesen oder zu schreiben sind, stark beeinträchtigt. Es gibt starke Motivationsprobleme.

  3. Wörter werden vertauscht oder ausgelassen

  4. Das inhaltliche Wiedergeben von Texten erweist sich als schwierig.

Weitere Infos dazu findest du hier.

Welche Kosten entstehen bei einer Lerntherapie?

Die Kosten variieren je nach lerntherapeutischem Rahmen. Das bedeutet, dass die Kosten davon abhängen, ob eine Einzeltherapie oder eine Therapie in der Gruppe vereinbart wird. Je nach Lerntherapeut oder Lerntherapeutin beginnt das Stundenhonorar bei 25 Euro und wird individuell mit dem/der Therapeut:in abgestimmt.

Über die Krankenkasse kann die Lerntherapie in der Regel nicht abgerechnet werden.

Wenn du dich demnach für eine lerntherapeutische Unterstützung deines Kindes entscheidest, ist es möglich, dass du die Kosten für eine Lerntherapie selbst tragen musst. Informiere dich hierzu am besten direkt bei deiner Krankenkasse dazu.

Beim Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie e.V. erhältst du weiterführende Infos.

Gehen jedoch mit den Lernstörungen körperliche und psychische Erkrankungen bei deinem Kind einher, kann dies via einem Gutachten getrennt betrachtet werden und es können Kostenübernahmen über die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII ist Teil des Jugendhilferechts erfolgen.

Der Antrag zur Kostenübernahme kann von dir als Elternteil oder auch gemeinsam mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer beziehungsweise mit der Schule nach Absprache gestellt werden.

Wie genau du hier vorgehen kannst, siehst du in der folgenden Grafik:

Kostenerstattung

Quelle: Lernförderung

Wie lange dauert eine Lerntherapie?

Wie lange ein Kind lerntherapeutische Unterstützung benötigt, ist individuell und nicht allgemein definiert. Natürlich hängt dies unter anderem immer ab von:

  • von der psychischen Verfassung und Befindlichkeit des Kindes

  • dem Lerntempo des Kindes

  • dem Motivationsgrad des Kindes

  • dem allgemeinen Leistungsstand und der Leistungsfähigkeit

Falls dein Kind Lerntherapie in Anspruch nimmt, ist es auch für dich wichtig zu wissen, dass auch dein eigenes Engagement dein Kind regelmäßig zu unterstützen, eine tragende Rolle spielt. Viel Vertrauen und Verständnis können für dein Kind sehr wichtig beim Ausprobieren um Umsetzen von neuen Lernstrategien sein.

Manche Kinder benötigen eine wöchentliche lerntherapeutische Beratung und zeigen der Erfahrung nach nach einem halben Jahr erste Erfolge im Umgang mit ihren Lernschwächen. Um entsprechende Strategien jedoch nicht nur auszuarbeiten, sondern auch regelmäßig anzuwenden, ist eine Dauer von 1-2 Jahren bei lerntherapeutische Förderung im Rahmen.

Je nach Erfolgsgrad bei der Bewältigung von entsprechenden Lernschwierigkeiten ist aber natürlich eine längere und weiterführende Lerntherapie sinnvoll. Je nach Tagesleistung des Kindes können auch die Ergebnisse einer Förderstunde entsprechend positiv wie negativ beeinflusst werden.

Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten können hierzu genauere Infos zum Ablauf und Dauer geben.

Wie läuft eine Lerntherapie ab?

Es ist soweit. Du hast dich für die Unterstützung deines Kindes durch eine lerntherapeutische Maßnahme entschieden. Aber wie geht es jetzt weiter?

Informiere dich zunächst online über lerntherapeutische Praxen und Angebote in deiner Umgebung un vereinbare ein erstes Beratungsgespräch. Meistens handelt es sich um private Teilangebotsleistungen.

Es gibt auch klinische Angebote. Diese solltest du aber nur unter Rücksprache mit einem Arzt und auch in Zusammenarbeit mit der Schule, die dein Kind besucht, wahrnehmen. Hier kommt es darauf an, wie stark und wie lange dein Kind schon in seinen Schwierigkeiten beeinträchtigt ist.

Es gibt noch keine genaue Diagnose bei deinem Kind?

Dann wird der oder die Lerntherapeut/in im nächsten Schritt in der Regel einige kurze Tests wie zum Beispiel ein Begabungs- oder Fachtest mit deinem Kind durchführen. Hier kann er/sie erkennen, wo genau die Lernprobleme liegen und wird diese mit dir besprechen.

Daraufhin wird ein individueller Förderplan mit Übungen für dein Kind erstellt, der in den folgenden Therapiestunden behandelt wird. Eine gute/r Lerntherapeut/in bindet Eltern immer mit ein und vereinbart im Verlauf der Lerntherapie regelmäßige Besprechungstermine mit dir.

Hier noch einmal die einzelnen Schritte zur Vorgehensweise für dich im Blick:

  1. Informieren über das lerntherapeutische Angebot

  2. Beratungsgespräch mit Lerntherapeut/in vereinbaren

  3. Ggf. Durchführung von Tests (falls noch keine Diagnose gestellt wurde)

  4. Erarbeitung des Förderplans

  5. Vereinbarung und Festlegung der Therapiestunden

  6. Regelmäßige Rücksprache mit der/dem Lerntherapeut/in

Chancen von Lerntherapie

Zwei

Zu akzeptieren, dass dein Kind eine essentielle Lernschwäche hat und lerntherapeutische Unterstützung braucht, ist nicht leicht. Verständlich. Oft sind sind auch viele Eltern verunsichert und wissen zunächst nicht recht, wie sie damit umgehen sollen.

Als Vorgehensweise empfiehlt sich daher, zunächst auf Nachhilfeunterricht im entsprechenden Fach zurückzugreifen. Hier bei Tutorspace gibt es für jedes Fach entsprechende Unterstützung durch Fachexperten. Schau einfach mal zusammen mit deinem Nachwuchs rein!

Wenn nach einigen Monaten und regelmäßigen Übungen durch den oder die Nachhilfelehr:in die Lernschwierigkeiten aber weiterhin stark erkennbar sind und keine Besserung eintritt, macht es Sinn, sich über eine Förderung durch Lerntherapie für dein Kind Gedanken zu machen.

Auch ein kostenloses Erstgespräch mit einer/einem lerntherapeutischen Berater/in kann helfen, hier Klarheit zu bekommen. Wichtig ist in jedem Fall, dass Lernprobleme langfristig identifiziert werden und dort unterstützt wird, wo es nötig ist. Somit kann eine lerntherapeutische Unterstützung Sinn machen. Dann klappt es möglicherweise auch langfristig wieder mit dem Schulunterricht und vielleicht macht Lernen dann sogar (wieder) richtig Spaß!

JaninaJanina ist als Content Creator in der digitalen Welt unterwegs und liebt es, Neues zu entdecken und neue Impulse weiterzugeben!
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